Waldumbauparcours Pfaffenhausen eröffnet
Was tun mit einer 7.000 m² großen Windwurf-Schadfläche? Vor dieser Frage stand die Gemeinde Pfaffenhausen im Unterallgäu im vergangenen Jahr. Bürgermeister Thomas Leinauer wollte etwas Besonderes schaffen und so kam es zum gemeinsamen Projekt "Waldumbauparcours Pfaffenhausen", der nun eröffnet wurde.
Die Fläche liegt im zentralen, 15 Hektar großen Hauptteil des Gemeindewaldes und grenzt direkt an den Ort. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen das Waldstück zur Erholung, zum Spazieren- oder Gassigehen. Da die Erholungsfunktion somit im Vordergrund stand und weniger der wirtschaftliche Nutzen, stimmte der Gemeinderat der Idee des AELF Krumbach-Mindelheim für eine Umbauparcours zu.
Sieben besondere Baumarten hat Revierleiter Weichmann ausgewählt und vom Bauhof pflanzen lassen. Sie alle stammen ursprünglich aus warm-trockenen Regionen, in denen bereits heute Bedingungen herrschen, wie sie der Klimawandel auch bei uns mit hoher Wahrscheinlichkeit mit sich bringen wird. So wachsen nun Atlas- und Libanonzedern aus Marokko und der Türkei neben heimischen, aber sehr trockenheitsresistenten Elsbeeren, Speierlingen und Vogelkirschen, nordamerikanischen Roteichen sowie südeuropäischen Edelkastanien im Unterallgäu. „Es ist schon ein bisschen experimentell“, gibt Jakob Weichmann zu, „denn wie gut diese Arten bei uns wachsen, muss sich erst noch zeigen.“ Von Speierling und Elsbeere kann der Förster jedoch bereits berichten: In seiner fränkischen Heimat wachsen beide Arten häufiger und dienen dort als Grundlage für Edelbrände und Marmeladen.
Entlang eines hackschnitzelbefestigten Weges können Besucherinnen und Besucher die unterschiedlichen Arten sowie den Aufwuchserfolg vergleichen. Zu jeder Baumart gibt es ein Hinweisschild, das Standortansprüche, Wuchsleistung und weitere Eigenschaften erläutert. Das benachbarte Waldstück zeigt anschaulich, wie Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit ihren bestehenden Beständen umgehen sollten, um sie möglichst gut für den Klimawandel zu wappnen. Dort hat der Bauhof Pfaffenhausen in einem Fichten- und einem Laubholzbestand einen Pflegeeingriff durchgeführt, der Interessierten als Vorbild dienen und die Handlungsempfehlungen auf den Hinweisschildern verdeutlichen kann.
Gefördert wurde der Waldumbauparcours zum Teil aus Mitteln der Initiative Zukunftswald (IZW) des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Die restlichen Kosten übernahm der Markt Pfaffenhausen. Dr. Stefan Friedrich, forstlicher Bereichsleiter am AELF, erläutert, dass die Bayerische Forstverwaltung mit der IZW Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu Waldpflege- und Anpassungsmaßnahmen motivieren und bei deren Umsetzung unterstützen möchte. „Wir würden uns wünschen, dass der Ort eine gewisse Strahlkraft entwickelt und andere Kommunen inspiriert, ähnliche Projekte umzusetzen“, so Bereichsleiter Friedrich abschließend. Auch Bürgermeister Leinauer wünscht sich Strahlkraft in den Ort hinein und ist überzeugt, mit dem Waldumbauparcours einen Platz geschaffen zu haben, der Pfaffenhausen bereichert und Jung wie Alt öfter in den Wald führt.
Weitere Informationen
Die Initiative Zukunftswald in Bayern will Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei unterstützen, die eigenen Wälder klimafit zu machen. Dazu hat das Staatsministerium einige Projekte auf den Weg gebracht.
Initiative Zukunftswald Bayern - Staatsministerium